August 18

Bonnies Reisetagebuch – Frankreich 2012

Freitag, 17. August – Es geht los

Das Abenteuer hat begonnen – wir sind unterwegs. Nachdem ich einige Tage schon gespürt hatte, dass „etwas im Busch“ ist, ging es vorhin los. Dosi hatte wieder nach und nach alles in die große Transportbox geräumt und als ich sah, welche Mengen Futter sie hineinschleppte, wusste ich, dass das sicher kein Wochenendausflug wird. Meine beiden kleinen Reisetaschen wurden auch verstaut. In einer sind meine Jäckchen und Leinen und in der anderen natürlich mein Spielzeug und meine Bürste. Man will ja auch im Urlaub gepflegt aussehen!

Dosi war heute dann aber erst noch arbeiten und machte recht spät Feierabend, daher war ich davon ausgegangen, dass sich nicht mehr in Sachen Abreise tut.

Ich hatte den heissen Tag überwiegend damit verbracht, von einem kühlen Schattenplätzchen im Gehege aus Insekten und Schmetterlinge im Lavendel zu beobachten.

Es machte mich dann etwas stutzig, dass sich die Leute die Klinke in die Hand gaben. Dosis Bruder, ihre Eltern, ihr Patenkind nebst Schwester – und alle streichelten mich und wünschten mir einen schönen Urlaub. Lag dann so gemütlich auf meinem Kratzbaum und schaute über mein „Gehege-Reich“, als Dosi mit der Transporttasche um die Ecke kam. Ehe ich mich versah, sass ich auch schon drin. Ehrlich gesagt war ich etwas stinkig, aber wer wäre das nicht. Stellt euch vor, ihr liegt gemütlich auf dem Sofa und werdet gepackt und in eine Kiste verfrachtet. Nicht wirklich klasse, oder?

Aber wie auch immer – es ging ab ins Wohnmobil. Schwupps, noch ein paar Notfalltropfen in den Nacken und die  Transportbox setzte sich in Bewegung. Vorher hatte sich Dosi noch ausgiebig vom kleinen Besuchskatzi verabschiedet und ihr zwei meiner Stinkis auf ihr Lager unter dem Vordach des Gartenhäuschens gelegt. Das hatte ich noch vom Kratzbaum aus beobachtet. Die Kleine war ganz hin und weg. Mir war etwas merkwürdig vorgekommen, dass sie heute ne Ecke früher als sonst kam. Ich glaube, sie hatte im Gefühl, dass wir wegfahren und wollte Dosi vermutlich „auf Wiedersehen“ sagen. Anderen Katzen gegenüber bin ich ja sehr skeptisch, um es jetzt mal wohlwollend auszudrücken. Aber ehrlich gesagt freue ich mich inzwischen, wenn sie mehrmals am Tag vorbei kommt. Ich jaule auch gar nicht mehr, sondern schaue Dosi und der kleinen Miez gern beim Knuddeln zu. Und wie sie sich immer freut, wenn sie ihr Schälchen mit dem Futter bekommt. Sie ist sehr freundlich und lieb und ich habe beschlossen, mich jetzt ihr gegenüber gescheit zu benehmen. Ich habe ihre Engelsgeduld echt bewundert. Sie blieb immer ruhig und lieb, wenn ich mich da wie ein Idiot aufgeführt habe. Und hat mich trotzdem weiter besucht. Dosi war eben etwas traurig, als sie sich verabschieden musste.

Sie hat aber die Nachbarn – „meine“ Super-Catsitter – gebeten, die Miez zu füttern und eine große Kiste Futter rüber gebracht. Dann brauchen wir uns keine Sorgen machen, dass sie nicht genug zu essen bekommt. Und ich kann es ja wegen meiner Affentänze jetzt nicht so zugeben, aber auch ich bin froh, dass Dosi für Miez etwas Fressbares für die Dauer unseres Urlaubs organisiert hat.

So, jetzt werde ich mich noch mal bequem legen und ne Runde schlafen. Mal sehen, wo ich morgen die Augen aufmache!

 

Samstag, 18. August – Auf  ins Frankenreich

Wir haben kurz vor Freiburg übernachtet- wobei die Nacht recht kurz war. Dosi und ich sind erst gegen 4 Uhr eingeschlafen und um halb 8 hat sie mich schon wieder geweckt. Wir haben dann gefrühstückt und kurz drauf gings weiter. Ganz schön warm ist es – jetzt zeigt das Thermometer schon knapp 25 Grad. Aber hier im Breisgau ist es ja immer noch ein Stück wärmer als anderswo.

Dosi hat mir gesagt, wir führen heute bis an einen kleinen See im Jura. Das ist eine Berglandschaft in Frankreich und da ist es hoffentlich nicht ganz so heiß wie weiter unten. Für morgen haben sie ja bis zu 40° angesagt – da wird es weiter oben etwas angenehmer sein.

Jetzt döse ich erstmal noch ne Runde und hole etwas Schlaf nach. Dosi hat hinten alle Rollos runter gemacht, da wird es nicht so warm und ich kann schön schlafen.

 

Sonntag, 19. August – The heat is on

Heute war vielleicht eine Hitze. Wir sind im Jura in Clairvaux les lacs. Eine unheimlich schöne Gegend. Sehr grün und hüglig und viele Seen. An einem von diesen sind wir und er sorgt dafür, dass es wenigstens abends angenehm wird. Wir stehen auf einem Campingplatz direkt am See und ganz wichtig: unter einem dicken Baum. So steht die Transportbox schön im Schatten, was bei diesen Temperaturen Gold wert ist.

Mit ist es allerdings tagsüber draussen zu warm – ich kann ja nicht wie Dosi Kanu fahren oder im See schwimmen, um mich abzukühlen. Allerdings habe ich eine neue Decke bekommen, extra für den Urlaub. Und ich bin total begeistert – die kühlt nämlich. Dosi macht sie nass, dann wird sie viel dicker. Dann muss sie trocknen und ist dann einen ganze Weile angenehm kühl. Nicht zu kalt, damit ich mich nicht erkälte. Sondern nur so, dass es für mich nett ist. Da sind wohl Kristalle drin, die nehmen die Feuchtigkeit auf und geben diese nach und nach als Kälte wieder ab. Genial – und es funktioniert!! Ein kleines Halsband habe ich auch aus dem Zeug, das kühlt auch. Ist sehr angenehm bei dem Wetter, wenn es im Nacken etwas erfrischend ist. Das Gute daran ist, dass es lange wirkt und nicht nass ist. Nass finde ich nämlich doof. Wenn ihr euren Katzis oder Hunden mal etwas Gutes tun wollt, besorgt ihnen für den Sommer so eine tolle Decke! Sie werden sie sicher genauso toll finden wie ich.

Eben haben wir gegrillt. Das heißt, Dosi hat gegrillt und ich bekam das Fleisch natürlich roh. Kalbfleisch gabs – das war vielleicht lecker. Rind und Kalb sind in Frankreich nicht teurer als Schwein oder Huhn und da können wir es uns richtig gehen lassen. Dosi hat das Fleisch mariniert mit Kräutern der Provence und Olivenöl. Ich habe es so gefressen und es hat uns beiden super geschmeckt. Zum Nachtisch gab es Eis mit Sahne, weil ein Eismann des Weges kam. Ich habe einen Klecks Sahne bekommen 😀

Gestern Abend habe ich übrigens im Pavillon, den Dosi aufgebaut hat, fast eine Wühlmaus gefangen! Auf unserer Parzelle ist der Boden teilweise total aufgeworfen und wir hatten uns schon gewundert – bis ich den Übeltäter gestern erschnüffelt habe. Leider war mir kein Jagderfolg beschieden, aber Dosi hat den kleinen Bergabeiter heute live gesehen. Kam aus einem seiner Löcher und wunderte sich, dass sein Areal nun überdacht ist. Als das Mäuschen Dosi sah, war es husch husch wieder in einem seiner vielen Eingänge verschwunden. Und die werde ich gleich erstmal wieder sorgfältig untersuchen. Mal sehen, was sich seit gestern verändert hat. Hach, schnüffeln ist so aufregend.  Und dabei im Acker wälzen – müßt ihr einfach mal ausprobieren 😀

 

 

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Veröffentlicht18. August 2012 von Bonnie in Kategorie "Bonnies Reisetagebücher
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1 Kommentar
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Eva
Eva
10 Jahre zuvor

Wie gern hätte ich bei euch gesessen! Leider seid ihr zwei soo weit weg, dass auch ein kurzer Schnupperbesuch für uns zu weit weg ist. Schaaaade, würde gern mal so eine Campingkatze in echt erleben..* lacht* Wir haben jetzt schon ein mulmiges Gefühl, wenn wir demnächst Koffer packen und unsere Mia wieder ausrastet. Sie ist im Moment die liebste Katze, wenn sie auch ab und an von Nele bedrängt wird, aber wehe, wir fahren weg. Da ist es doch toll, wenn man seine Mieze einfach mitnehmen kann. Das habt ihr zwei suuuperhingekriegt. Gibt es eigentlich ausser Bonnie noch eine Campingkatze?… Weiterlesen »