November 28

Erste Hilfe bei einer Katze

Dosi hat sich neulich mal Gedanken gemacht, ob sie mir oder auch einer anderen Fellnase im Notfall helfen könnte. Die Selbsterkenntnis war die, dass sie nicht viel Ahnung hat, wie sie sich verhalten müsste. Es gibt viele Situationen, wo wir Katzen nach einem Unfall oder sonstigem Unglück darauf angewiesen sind, dass ein Mensch uns helfen und Erste Hilfe leisten kann. Also haben wir uns überlegt, dass es ganz sinnvoll sein könnte, wenn ich hier auf meiner Seite mal ein paar Tipps dazu geben. In der Hoffnung, dass wir und ihr sie nie anwenden müßt!

Also, macht euch schlau und werdet ein guter Ersthelfer für eure vierbeinigen Freunde 🙂

Ruhe bewahren!

Ich habe mir gedacht, am besten fange ich mal mit ein paar einfachen Grundsätzen an. Wie man sich verhält, wenn man das hilfsbedürftige Tier entdeckt. So eine Situation erfordert schnelles und zielgerichtetes Handeln. Und dazu ist man nur in der Lage, wenn man die Ruhe bewahrt! Also nicht den Kopf verlieren, sondern ruhig bleiben, damit man auch wirklich die richtigen Maßnahmen ergreift und nicht sinnlos hantiert.

Tierarzt verständigen

Der zweite wichtige Grundsatz: Baldmöglichst den Tierarzt verständigen. Am besten durch eine zweite Person. Obwohl eure Sofortmaßnahmen für das Leben des Tieres sehr wichtig sind, kann die Erste Hilfe niemals die Behandlung beim Tierarzt ersetzen! Also auf dem schnellsten Weg zum Tierarzt – am besten mit einem „Fahrer“, damit man sich während der Fahrt um den felligen Patienten kümmern kann.

Vorsichtig nähern

Wenn ihr euch dem verletzten Tier nähert, macht dies bitte vorsichtig und ruhig. Verletzte Tiere haben Schmerzen und sind wohlmöglich verstört. Sie könnten also selbst vertraute Personen wie ihre Dosis plötzlich beissen oder kratzen. Beim Annähern sprecht ihr das verletzte Tier am besten mit ruhiger Stimme an und habt eine Decke oder ein Tuch zur Hand.  Ihr könnt die Decke – falls notwendig – über die verletzte Katze werfen und sie damit einwickeln, wenn sie heftig reagiert oder sich nicht anfassen lassen will. Wenn das Tier besinnungslos ist,  zieht ihr die Decke vorsichtig darunter  und könnt sie dann mit einem Helfer wie ein Sprungtuch spannen. So vermeidet ihr, dass man durch Anfassen den Zustand des Tieres wohlmöglich verschlimmert.

Prüfung der Lebensfunktionen

Ist die Fellnase bewusstlos, könnt ihr so ihren Zustand überprüfen:

  • auf Atembewegungen achten (am besten aus etwas Entfernung), achtet auf das Heben und Senken des Brustkorbs
  • reagiert das Tier auf Ansprache?
  • Für das Prüfen des Kreislaufs gibt es einen einfachen Test:  Hebt die Oberlippe an und drückt mit dem Finger auf das Zahnfleisch. Innerhalb von zwei Sekunden sollte sich die Stelle wieder rosa färben, andernfalls hat das Tier vermutlich einen Kreislaufschock erlitten.
  • Den Puls fühlt ihr  bei einer Katze an der Innenseite des Oberschenkels, den Herzschlag kann man in Höhe des „Ellenbogens“ der Katze am Brustkorb spüren.
  • leuchtet mit einer Taschenlampe in die Augen – wenn sich die Pupillen nicht verengen, ist der Zustand mehr als ernst
  • Wenn das Tier nicht mehr atmet und das Herz nicht mehr schlägt, aber die Pupillen noch reagieren, beginnt sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen!! Dann zählt jede Sekunde!!

 

Wiederbelebungsmaßnahmen

Wie beim Menschen ist das Ziel, die Sauerstoffversorgung der wichtigsten Organe so schnell es geht wiederherzustellen. Also müßt ihr das Tier zum Atmen bringen und der Blutkreislauf wieder in Gang setzen. Dabei gibt es eine „Eselsbrücke“, nach der vorgehen könnt, nämlich das sogenannten “ A-B-C-Schema“

  • A steht für Atemweg
    Maul öffnen und Zunge nach vorn ziehen. In den Rachen schauen und einen evtl. vorhandenen Fremdkörper oder auch Erbrochenes entfernen, um den Atemwege frei zu machen. Man kann die Katze dazu auch an den Hinterbeinen festgehalten und kopfüber hochhalten, da es so evtl. einfacher geht. Dies dürft ihr jedoch niemals machen, wenn ihr den Verdacht habt, dass eine Verletzung der Wirbelsäule vorliegen könnte!!!
  • B steht für Beatmung – sozusagen Mund-zu-Näschen-Beatmung 😀
    Ist der Atemweg frei, könnt ihr mit mit der Beatmung beginnen. Die Zunge nach vorn ziehen, die Schnauze mit der Hand umfassen und schließen und den Hals strecken. Dann die Katze durch die Nase beatmen. Dabei ungefähr alle 3 Sekunden beatmen und bitte darauf achten, dass sich der Brustkorb hebt, aber nicht zu sehr wölbt. Eine Katze hat ein viel kleineres Lungenvolumen als ein Mensch!
  • C steht für Circulation (also den Kreislauf)
    Zuerst müsst ihr den Herzschlag prüfen. Dies macht ihr an der seitlichen Brust, da könnt ihr das Herz fühlen.  Den Pulsschlag prüft ihr an der Innenseite des Oberschenkels. Wenn ihr keinen Herzschlag spürt, müsst ihr sofort mir einer Herzmassage beginnen. Um den Gegendruck zu mindern – ein Katze ist fragiler als ein Mensch – legt ihr ein gefaltetes Tuch unter den Brustkorb der Katze. Dann die linke flache Hand auf den Brustkorb legen und zwar ungefähr in Höhe des Ellenbogens der Katze. Wenn ihr die richtige Position habt, in rascher Folge fünf- bis zehnmal mit 2 Fingern der rechten Hand auf eure auf dem Brustkorb flach aufliegende linke Hand pressen, um das Herz zum Schlagen zu animieren. Im Prinzip genauso wie beim Menschen.  Nach der Herzmassage die Katze  ein- bis zweimal beatmen, dann kontrollieren, ob das Herz wieder schlägt und gegebenenfalls erneut massieren.

 

So, das sind die wichtigsten Grundsätze und jetzt müßtest ihr für den Notfall wissen, wie man eine Wiederbelebung durchführen. Wichtig ist, dass ihr HANDELT!! Viele haben Angst, etwas falsch zu machen und machen dann lieber gar nichts. Das ist das Schlimmste, was ihr tun könnt – nichts! Also nur Mut, nicht zögern und einfach helfen. Am besten habt ihr eine bestimmte, gut zugängliche Stelle, wo ihr ein Tuch und eine Taschenlampe sowie Verbände aufbewahrt, damit diese Dinge im Notfall auch schnell griffbereit sind. Und die Nummer des Tierarztes sollte an der Pinwand hängen. Auch die des Notfalltierarztes, des jede Woche in der Zeitung steht. Im Notfall kommt es auf jede Sekunde an, und je schneller ihr loslegen könnt, umso besser könnt ihr helfen. Es wäre auch gut, wenn ihr mal an eurer Katze „ausprobiert“, wo man den Puls fühlen kann und wo das Herzchen schlägt, damit ihr nicht erst „suchen“ müßt, wenn ihr wirklich mal in eine brenzlige Situation kommt. 🙂

Für heute war es das erstmal, aber es geht natürlich hier weiter. Zum Beispiel mit dem Verarzten von Wunden oder im Fall einer Vergiftung.

 


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Veröffentlicht28. November 2012 von Bonnie in Kategorie "Allgemein", "Erste Hilfe

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