Oktober 15

Erziehung … ich versuchs mal zu erklären

„Katzen lassen sich nicht erziehen.“ Wenn ein Dosi so eine Einstellung hat, ist das für uns Katzen schon mal die halbe Miete. Allerdings wird es im Zusammenleben zwischen uns und euch sicher krachen, wenn es nicht ein paar einfache Regeln gibt, die eingehalten werden. Von uns – und auch von euch Dosis. Soweit die Theorie.

In der Praxis stellt sich ihr euch dann aber sicher schnell die Frage: „Wie mache ich meiner Katze denn die Regeln klar?“ Da die meisten Katzen nicht lesen können, wird es wenig bringen, eine Hausordnung aufzuhängen. Also muss es anders funktionieren. Und da werden dann leider jede Menge Fehler gemacht. Manchmal sogar solche, die das Zusammenleben empfindlich stören. Zum einen, weil wir Katzen dann die Regeln eben nicht einhalten und zum anderen, weil der Dosi uns mit seinen „Erziehungsmethoden“ so verschreckt oder verängstigt hat, dass wir erstmal das Vertrauen verloren haben. Und das ist nicht so leicht wiederzugewinnen. Daher solltet ihr manche Fehler unbedingt und auf alle Fälle vermeiden!

Der allergrößte Fehler ist es, uns Katzen Gewalt anzutun. Wer uns schlägt, hat uns verloren. Sowas vergessen wir nicht. Selbst ein „Klaps“ wird von uns nicht verstanden und ihr erreicht damit nur, dass wir Angst vor euch haben. Eine solche Erfahrung brennt sich dauerhaft ein und das Vertrauen ist dahin.

Genauso schlimm sind manche „Erziehungsmethoden“ – leider sogar weit verbreitet -, die zwar nicht „weh tun“, uns aber wirklich bitter treffen. Als Beispiel möchte ich euch hier die Reaktion mancher Menschen auf ein „Missgeschick“  nennen. Wir Katzen sind extrem saubere Tiere. Selbst junge Kätzchen gehen schon „ordentlich“ in ihr Katzenklo, sobald sie es können. Wenn wir also unsauber sind und uns irgendwo in der Wohnung erleichtern, dass hat es einen Grund. Häufig sind wir dann krank und wollen damit auf beispielsweise eine Blasenentzündung – bei Katzen leider nicht selten – aufmerksam machen. Oder das Katzenklo steht irgendwo an einer ungeeigneten Stelle. Oder ist nicht gut gereinigt.

Was ich sagen will: es hat einen Grund und wir machen es nicht wahllos. Oder gar, um den Dosi zu ärgern. Leider gibt es immer noch viele Menschen, die fragen sich dann nicht, warum das Missgeschick wohl passiert ist, sondern „erziehen“ uns damit, unsere Nase in die Pfütze oder das Häufchen zu stecken, damit wir „lernen“, dass wir das Katzenklo benutzen müssen. Glaubt mir: das ist für Katzen mindestens genauso eklig wie für euch Menschen. Da wir eine feinere Nase haben, vielleicht noch schlimmer. Also niemals so reagieren! Die Katze weiß, dass sie das nicht darf. Und wenn sie es macht, hat es einen Grund. Daher versucht lieber, den Grund herauszufinden. Wenn es mehrfach passiert: ab zum Tierarzt. Sollte die Katze gesund sein, nach anderen Ursachen forschen: zu wenig gereinigt, falscher Standort, sonstige Vorkommnisse. Aber niemals die Katzennase in die Exkremente drücken. Das ist auch Gewalt gegen ein recht wehrloses Tier. Besonders schlimm ist es, wenn manche versuchen, kleine Katzen so zur Sauberkeit zu „erziehen“. Ausser einem verstörten Kätzchen, welches genau wie kleine Kinder beim Spielen vielleicht einfach vergessen hat, den richtigen Platz aufzusuchen, hat man dann nichts erreicht.

Wie also macht man es besser? Es ist eigentlich recht einfach – ihr müßt verstehen, wie wir Katzen „ticken“. Also mit Verständnis und etwas Cleverness.

Es reicht nicht, uns mit einem lauten „Nein“ etwas zu verbieten. Wir müssen merken, dass wir was davon haben, wenn wir das machen, was ihr wollt. Das Zauberwort heißt also „Belohnung“. Wenn wir etwas verstehen wollen, verstehen wir es auch. Nur sind wir nicht so gepolt wie beispielsweise Hunde, die sich ihrem „Rudelführer“ Mensch ungefragt unterordnen und dann das machen, was er ihnen befiehlt.  Wir haben halt ein anderes Selbstverständnis als Hunde und mit plumpen Befehlen beißt man bei uns dann auf Granit. Kasernenton nach dem Motto „Dosi befiehlt – Katze befolgt“ wird sicher nix bringen.

Das zweite Zauberwort heißt „Konsequenz“. Wenn wir immer auf das Sofa dürfen, nur nicht, wenn Besuch da ist, werden wir das kaum begreifen. Wird die Schlafzimmertür tagsüber geöffnet, wird es schwierig, uns klar zu machen, dass gerade dann, wenn das Schlafzimmer richtig interessant ist, weil Dosi da in dem tollen großen weichen Bett liegt, die Tür zu ist. Was machen wir dann – logisch: wir jaulen und kratzen an der Tür. Und das mit einer Ausdauer, die einen Marathonläufer in den Schatten stellt.  Also sollte es immer klare Regeln geben – Ja oder Nein.  „Ja, wenn“, manchmal oder „für den Fall, daß“ checken wir leider nicht.

Ich werde hier mal hin und wieder aus meinem Erfahrungsschatz als ein klein bisschen erzogene Fellnase berichten. Wir kommen prima klar – ich hab einiges akzeptiert, was entsprechend von Dosi gewürdigt wird 🙂 und so läufts gut. Wer allerdings einen Befehlsempfänger zu hause haben möchte, sollte sich keine Katze anschaffen, sondern lieber einen pensionierten Polizeihund. Oder ein Tamagochi.  Wie sagt schon ein altes französisches Sprichwort:

Eine Katze kann dein Freund sein, aber wird nie dein Sklave.

Wenn man das im Hinterkopf hat, hat man eigentlich den wichtigsten Punkt verstanden. Wir „hören“ auf euch,  weil wir es möchten, nicht weil ein Befehl kommt. 😉

 



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Veröffentlicht15. Oktober 2011 von Bonnie in Kategorie "Erziehung

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