September 30

Bonnies Reisetagebuch – Mosel 2011

Sonntag, 2. Oktober

Heute morgen war ich wieder früh wach und habe die Schwäne und Enten beobachtet. Die kleinen Schwäne sind zwar noch mit Mama und Papa unterwegs, aber sind schon richtig groß. Und sie werden gerade vom häßlichen Entlein zum weißen schönen Schwan. Schwanenpärchen sind übrigens die treuesten Tiere und bleiben ihr Leben lang zusammen. Und sie kümmern sich gemeinsam um ihren Nachwuchs. Da könnten sich viele Menschen mal ein Scheibchen von abschneiden. Dann beobachte ich auch gern die großen Binnenschiffe, von denen hier viele Tag und Nacht vorbeifahren.  Die sind zum Teil riesig groß – fast 180 m lang.

Auf dem Campingplatz

Der Campinglpatz hier ist ganz toll gelegen und genau gegenüber sind ganz steile Weinberge. Da ist im Moment Weinlese. Die Menschen sehen wie kleine Ameisen aus, wenn sie sich dort an den Hängen abmühen.  Zum Teil ist es so steil, dass sie mit einem Band gesichert sind. Sie sehen dann so ähnlich aus wie ich, wenn ich mein Geschirr anhabe. 🙂

Heute Mittag kamen neue Nachbarn an. Aus Dänemark sind sie und sie haben einen süssen Hund dabei. Der ist aber ein bisschen trottelig. Dem haben sie ein kleines Gehege gebaut mit einem ganz niedrigen Zaun. Und er kapiert nicht, dass er ganz einfach rausspringen könnte.  Aber wir haben uns schon beschnüffelt – und beobachten uns immer gegenseitig. Ich habe dabei festgestellt, dass wir Katzen einfach mehr Stil und Eleganz haben. Wenn ich Dosi begrüße, dann miaue ich freundlich, streiche ihr um die Beine und halte ihr dann den Kopf zum streicheln hin. Der kleine Hund hüpft und springt und dreht sich und wedelt dabei wie verrückt mit dem Schwanz. Das wäre mir viel zu hektisch. Katzen sind einfach cooler!

Mittags hab ich dann erstmal meine Siesta gemacht. Ich lege mich dann immer oben bei Dosi ins Bett und habe einen super Überlick vorn aus dem großen Fenster. Irgendwann kam Dosi dann und es ging wieder mit dem Rad ein Stückchen an den Weinbergen entlang zum Winzer. Da waren wieder eine Menge Radler und Wanderer – und diesmal auch 2 Hunde. Die fuhren auch Rad – allerdings in so Körben an der Lenkstange. Bei dem Gewackel würde ich sicher seekrank. Da lobe ich mir meine gepolsterte Tasche auf dem Gepäckträger. Nix wackelt, es zieht nicht und ich kann alles prima beobachten – vor allem kann ich den Hunden nochmal die Zunge raustrecken, wenn ich sie überhole.

Morgen nachmittag gehts dann wieder Richtung Heimat. Es war bisher ein wunderbarer Ausflug. Ich habe viel Neues gesehen, die Sonne genossen, das erste Mal Käse gefuttert – und bin geradelt. Hofffentlich wird es ein goldener Oktober und wir können noch ein, zwei Wochenenden losfahren. Danach ist dann erstmal Winterpause.

 

Samstag, 1. Oktober

Ich war in Zell! Mit dem Fahrrad! Inzwischen bin ich fast genauso ein Radfan wie Dosi. Und ich muss nicht einmal strampeln, sondern werde kutschiert. Erst ging es wieder in die Transporttasche. Da habe ich vorsichtshalber mal ein bisschen gemotzt. Aber sobald wir rollen, habe ich dazu gar keine Zeit mehr. Erst sind wir mit einer kleinen Fähre gefahren. Da waren ganz viele Schwäne auf dem Wasser. Nach einer Weile kamen wir dann in den Ort Deutschlands, der uns Katzen gebührend würdigt. Seht selbst – überall schwarze Katzen 🙂

Zeller Schwarze Katz

Auf der Rückfahrt haben wir dann noch eine Rast gemacht. Direkt gegenüber vom Campingplatz war am anderen Ufer mitten im Weinberg ein Weinausschank. Da waren noch viele andere Radfahrer – und ratet mal, wer der Star war 🙂 . Ich bin sogar fotografiert worden. Und Dosi mußte einigen anderen erzählen, wie das mit mir auf Campingtour so funktioniert. Wo sie die Tasche gekauft hat. Ob ich beim Radeln zufrieden bin. Dosi hat mit den anderen dort ein paar Wein getrunken und ich habe die kleine Fähre beobachtet. Und dann habe ich 3 Würfel Käse bekommen. Hatte ich noch nie gegessen, aber schmeckte klasse. Dann haben noch einige andere gesungen…..sehr gewöhnungsbedürftig für meine feinen Ohren. Ich wollte schon mitjaulen, aber ich bin ja eine höfliche Katze. Irgendwann sind wir dann mit der kleinen Fähre wieder über den Fluss gefahren. Dann hab ich mich im Womo erstmal verkrümelt und meinen Tagesschlaf nachgeholt. Mal sehen, was wir morgen machen. Ich will auf alle Fälle wieder mit, wenn sie einen Ausflug mit dem Rad machen!! Das habe ich Dosi schon gesagt.

Freitag, 30. September

Ich bin an der Mosel – und vorweg: Es ist traumhaft schönes Wetter. Ich habe fast das Gefühl, die Jahreszeiten verschieben sich. Der Sommer ist jetzt im Herbst. Ist es nicht wunderschön, nochmal in der Sonne zu liegen und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen? Ich genieße es so, mit Dosi vor dem Wohnmobil zu liegen und einfach gar nichts zu machen und mir die Sonne auf dem Bauch scheinen zu lassen. Was hat sich mein Leben doch verändert. Ein Jahr lang hab ich nie das Glück gehabt, an der frischen Luft zu sein und jetzt sehe ich tausend neue Dinge. Es ist so aufregend.

Ich bin heute sogar Fahrrad gefahren. So heißt das wohl. Dosi hat so ein Ding mit 2 Rädern. Da hat sie jetzt einen Gepäckträger dran und da ist ein Korb drauf. Ich kam in meine neue Transporttasche – das fand ich ja erstmal nicht so toll. Und dann stellte sie mich mit meiner Tasche in diesen Korb und los ging es. Ich wußte erst gar nicht, was ich davon halten sollte. Aber es ist umheimlich aufregend. Es gibt soviel zu sehen. Ich war est ein bisschen aufgeregt, aber dann hab ich gemerkt, dass mir gar nicht geschieht, und hab mich ganz relaxed hingelegt und die ganzen Eindrücke aufgenommen. Und wir waren so schnelle, dass die ganzen Hunde nicht hinterher kamen. Ha, war das cool!! Ich fahre jedenfalls jetzt häufiger mit. Morgen wollen wir nach Zell. Da heißt die Weinlage „Zeller schwarze Katz“. Da muss ich doch hin!! Bin sehr gespannt 🙂

Donnerstag, 29. September

Ich bin wieder unterwegs. Vorhin lag ich gemütlich auf meinen Kratzbaum, hatte gerade den schönen Sonnenuntergang beobachtet und wartete auf Dosi. Meinem Hunger nach zu urteilen war sie spät dran. Das ist meist der Fall, wenn sie nach der Arbeit noch eine Sitzung hat.  Mir war etwas langweilig, aber das änderte sich dann recht schnell. Dosi kam heim und dann wurde es ziemlich hektisch. Zumindest bekam ich erstmal was zu futtern. Dosi schleppte dann wieder ein paar Sachen nach draussen und spätestens, als sie auch mein Streunernestchen und meine kleine Tasche schnappte und mir mein Jäckchen anzog, wußte ich, dass wir auf Tour gehen.

Liege gerade gemütlich hinten in der Sitzgruppe der großen fahrenden Transportbox und bin gespannt, wo wir heute Nacht wohl landen. Bin noch nie im Dunkeln gefahren. Im Hellen ist es schöner, da kann man wenigstens was sehen. Aber lasse mich mal überraschen. Eines war eben noch interessant: wir fuhren so gemütlich durch einen Ort, da wurde es auf einmal ganz hell. Dachte erst – oha, ein Gewitter. Das finde ich zwar auch nicht so toll, aber Dosi fluchte wie ein Kutscher. Ich hab nur „Wegelagerer“, „Halsabschneider“ und so was in der Art verstanden.  Dann gab es allerdings gar kein Gewitter. Verstand ich jetzt nicht so ganz, warum sie sich dann trotzdem so aufregte. Und warum sie meinte, der Blitz sei allein für sie gewesen. So ein Quatsch; wenn es blitzt, dann doch für alle. Dann meinte sie noch, einen Punkt bekäme sie dafür aber nicht. Da hat sie wohl recht – warum sollte man Punkte für solch eine Flucherei bekommen? Die Menschen haben manchmal schon lustige Ideen. So, jetzt warte ich mal ab, wo es noch hingeht. Ist schon mitten in der Nacht und wir fahren immer noch. Aber morgen kann ich euch dann erzählen, wo die Fahrt hinging.

 

 


Schlagwörter: , , , , ,
Copyright 2019. All rights reserved.

Veröffentlicht30. September 2011 von Bonnie in Kategorie "Bonnies Reisetagebücher

Hinterlasse einen Kommentar

avatar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei