März 25

Warum Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht?

Angesichts der Tatsache, dass in meinem Heimatort  der Stadtrat am 22. März die Einführung einer Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht für Freigängerkatzen beschlossen hat, möchte ich noch ein wenig über das Thema aufklären. Es zeigte sich nämlich im Rahmen der Diskussionen im Vorfeld, dass vielen Menschen das Problem gar nicht bewußt ist. Ich will daher auch hier ein bisschen Aufklärungsarbeit im Sinne meiner Artgenossen betreiben. Habe ja in den letzten Wochen genug mitbekommen, als Dosi den Antrag für den Stadtrat vorbereitete.

Die weit verbreitete Meinung, dass „Katzen schon irgendwie durchkommen“ und „die Natur es schon regelt“ stimmt eben leider nicht! Unsere Großstädte sind ein schlechtes Revier für die Katze als Jägerin. Dies liegt vor allem an der hohen Population. Aber auch sonst haben es die Tiere nicht einfach, vor allem im Winter nicht. Nässe, Kälte, verschlossene Mülltonnen, Giftköder, Ratten- oder Mäusegift, Menschen, die sie aus Angst vor Unrat verjagen – das alles erschwert das Überleben einer Straßenkatze.  Die Tiere sind von Grund auf geschwächt, das Immunsystem ist nicht stabil, Erkrankungen und Tod sind an der Tagesordnung. 
Und trotz aller Aufklärung sind noch immer sehr viele Hauskatzen unkastriert, so dass im Frühjahr die Zahl der Straßenkatzen sprunghaft ansteigt und auf diese Weise wiederum das Elend vergrößert. Man geht davon aus, daß ein Katzenpärchen im Jahr zweimal Junge bekommt, von denen durchschnittlich 2,8 Tiere überleben, die sich wiederum bereits im Alter von 6 Monaten weiter fortpflanzen:

Leider immer noch übliche Praktiken (besonders auf dem Land), der Babyflut Herr zu werden, in dem man neugeborene oder auch schon mehrere Wochen alte Katzenkinder auf brutalste Weise tötet (Erschlagen, Ersticken, Ertränken, Vergiften usw.) sind Tierquälerei und werden vom Gesetzgeber bestraft!!! Doch leider schließen viele Menschen lieber die Augen, anstatt dagegen vorzugehen.
Und die Katzen, die diesem Schicksal gerade noch entgehen (vielleicht, weil sie dann doch schon zu groß waren, als die Mutter sie präsentiert hat) gehören dann später jener traurigen Statistik an, die besagt, daß jährlich 200.000 Katzen ausgesetzt und 250.000 Katzen von Jägern erschossen und Hunderttausende als Versuchstiere „verbraucht“ werden, wie es zynisch im Fachjargon heißt.

Konsequentes Handeln ist gefragt
. Gegen dieses Elend hilft nur eins: das konsequente Kastrieren der frei lebenden Katzen und das Einfangen und Vermitteln der Tiere, die (wieder) in einen Haushalt integriert werden können. Vor allem Babykatzen müssen schnell von der Straße geholt werden, bevor sie erst verwildern. Die Tiere, die nach der Kastration wieder ausgesetzt werden müssen, weil sie bereits völlig verwildert sind, benötigen eine medizinische Grundversorgung, müssen mit Nahrung versorgt (zugefüttert) werden und einen winterfesten “Unterschlupf” erhalten.

Es spricht also viel für eine Kastrationspflicht, damit die sowieso immer weiter steigende Anzahl der verwilderten Streunerkatzen nicht laufend noch Zuwachs aus den Katzenhaushalten erhält, die ihre Kater und Katzen nicht kastrieren, diesen aber trotzdem Freigang gewähren. Verantwortungsvolle Katzenhalter lassen ihre Tiere sowieso kastrieren und den Rest muss man dann eben dazu verpflichten.

 


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Veröffentlicht25. März 2012 von Bonnie in Kategorie "Tierschutz und Kastrationspflicht

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