August 7

Der Fuchs und die Katze

M√§rchenstunde ūüėÄ ! Die Gebr√ľder Grimm, die alten M√§rchen-Gurus, haben ja auch eine Katze – oder besser gesagt – einen Kater als M√§rchenhelden erfunden. Jedes Kind kennt nat√ľrlich den „Gestiefelten Kater“. Das ist ¬†unter allen sch√∂nen Geschichten, die die beiden Br√ľder hinterlassen haben, mein pers√∂nliches Lieblingsm√§rchen. Der Kater ist clever, gewitzt, schlau und charmant – so wie wir Katzen nun einmal sind ūüėÄ

Die beiden Br√ľder, die √ľbrigens hoch anerkannte Sprachwissenschaftler, Professoren und Ehrendoktoren der Uni Marburg waren, schrieben √ľbrigens zahlreiche wissenschaftliche B√ľcher und waren beileibe nicht die „M√§rchenonkel“, als die wir sie heute in erster Linie kennen. Die folgende Fabel √ľber Fuchs und Katze stammt auch aus ihrer Feder. Die Erkenntnis, die man aus ihr ziehen kann, ist heute sicher noch genauso aktuell wie im 19. Jahrhundert. Hochmut kam auch damals schon vor dem Fall ūüėÄ

Es trug sich zu, da√ü die Katze in einem Walde dem Herrn Fuchs begegnete, und weil sie dachte ‚er ist gescheit und wohl erfahren, und gilt viel in der Welt,‘ so sprach sie ihm freundlich zu. ‚Guten Tag, lieber Herr Fuchs, wie gehts? wie stehts? wie schlagt Ihr Euch durch in dieser teuren Zeit?‘ Der Fuchs, alles Hochmutes voll, betrachtete die Katze von Kopf bis zu F√ľ√üen und wu√üte lange nicht, ob er eine Antwort geben sollte.

Endlich sprach er ‚o du armseliger Bartputzer, du buntscheckiger Narr, du Hungerleider und M√§usej√§ger, was kommt dir in den Sinn? du unterstehst dich zu fragen, wie mirs gehe? was hast du gelernt? wieviel K√ľnste verstehst du?‘ ‚Ich verstehe nur eine einzige,‘ antwortete bescheidentlich die Katze. ‚Was ist das f√ľr eine Kunst?‘ fragte der Fuchs. ‚Wenn die Hunde hinter mir her sind‘ so kann ich auf einen Baum springen und mich retten.‘ ‚Ist das alles?‘ sagte der Fuchs‘ ‚ich bin Herr √ľber hundert K√ľnste und habe √ľberdies noch einen Sack voll Liste. Du jammerst mich, komm mit mir, ich will dich lehren, wie man den Hunden entgeht.‘ Indem kam ein J√§ger mit vier Hunden daher. Die Katze sprang behend auf einen Baum und setzte sich in den Gipfel, wo √Ąste und Laubwerk sie v√∂llig verbargen. ‚Bindet den Sack auf, Herr Fuchs, bindet den Sack auf,‘ rief ihm die Katze zu, aber die Hunde hatten ihn schon gepackt und hielten ihn fest. ‚Ei, Herr Fuchs,‘ rief die Katze, ‚Ihr bleibt mit Euren hundert K√ľnsten stecken. H√§ttet Ihr heraufkriechen k√∂nnen wie ich‘ so w√§rs nicht um Euer Leben geschehen.


Schlagwörter: ,
Copyright 2019. All rights reserved.

Veröffentlicht7. August 2012 von Bonnie in Kategorie "Geschichten, Sprichworte und Zitate

Hinterlasse einen Kommentar

avatar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr dar√ľber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei